Gartengeräte-Pflege im Sommer: So schützen Sie Motor & Akku
Wenn die Temperaturen im Hochsommer die 30-Grad-Marke knacken, läuft die Gartensaison auf Höchsttouren. Der Rasen wächst gefühlt über Nacht, und die Hecken verlangen nach einem akkuraten Formschnitt. Doch nicht nur wir Menschen kommen bei der Gartenarbeit im Sommer ordentlich ins Schwitzen. Auch Rasenmäher, Rasentrimmer und Heckenschere werden unter der brennenden Sonne extremen Belastungen ausgesetzt. Egal ob moderner Akku-Antrieb oder klassischer Benzinmotor: Extreme Hitze kann der Mechanik und der Elektronik Ihrer Gartengeräte massiv zusetzen. Wer hier nicht aufpasst, riskiert dauerhafte Leistungseinbußen oder im schlimmsten Fall einen Totalschaden der Geräte. Mit der richtigen Pflege und dem passenden Know-how kommen Ihre Gartengeräte jedoch schadenfrei durch die Hundstage. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf es ankommt.
Akkubetriebene Gartengeräte im Sommer: Warum Hitze der größte Feind von Lithium-Ionen-Zellen ist
Akkubetriebene Gartengeräte sind unglaublich praktisch, leise und umweltfreundlich. Doch die verbauten Lithium-Ionen-Akkus sind wahre Sensibelchen, wenn es um die Temperatur geht. Ihr absoluter Wohlfühlbereich liegt zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Steigt das Thermometer im Sommer deutlich höher, laufen im Inneren des Akkus chemische Prozesse ab, die die Lebensdauer der Zellen drastisch verkürzen.
Wichtigste Grundregel: Laden Sie einen Akku niemals direkt nach der Arbeit auf, wenn er noch heiß ist!
Lassen Sie den Akku nach dem Rasenmähen oder Heckenschneiden immer erst im Schatten vollständig abkühlen, bevor Sie ihn an das Ladegerät anschließen. Viele moderne Ladegeräte verweigern den Dienst bei zu hohen Temperaturen ohnehin – und das aus gutem Grund (Überhitzungsschutz).
Auch der Lagerort ist entscheidend. Lassen Sie den Gartengeräte-Akku nach getaner Arbeit niemals in der prallen Sonne oder im aufgeheizten Auto liegen. Der ideale Aufbewahrungsort im Sommer ist ein kühler, trockener Kellerraum oder eine schattige Werkstatt. Wenn Sie den Akku über längere Zeit nicht brauchen, lagern Sie ihn am besten bei einem Ladestand von etwa 40 bis 60 Prozent. Das schont die Zellen und verhindert eine schädliche Tiefenentladung.
Benzin-Gartengeräte im Sommer: Kühlung und der richtige Kraftstoff
Wer auf kraftvolle Benzin-Gartengeräte setzt, wiegt sich oft in falscher Sicherheit. Doch auch Verbrennungsmotoren leiden unter extremer Sommerhitze. Da diese Motoren in der Regel luftgekühlt sind, sind sie auf eine einwandfreie Luftzirkulation angewiesen.
Das größte Problem im Sommer sind vertrockneter Rasenschnitt und feiner Staub, die sich in den Kühlrippen und Luftschlitzen des Motors festsetzen. Die Folge: Die Hitze kann nicht mehr entweichen, und der Motor überhitzt. Reinigen Sie daher nach jedem Einsatz die Lüftungsschlitze gründlich mit einer Bürste oder Druckluft.
Ein weiterer kritischer Punkt ist das Motoröl. Bei hohen Außentemperaturen wird das Öl im Motor dünnflüssiger. Ist zu wenig Öl im Tank, kann der Schmierfilm reißen, was zu schweren Motorschäden führt. Kontrollieren Sie vor jedem Start im Sommer den Ölstand und verwenden Sie gegebenenfalls ein Öl, das für höhere Temperaturbereiche ausgelegt ist.
Auch der Kraftstoff selbst verändert sich bei Hitze:
- Benzin verdunstet in der Wärme schneller.
- Leicht flüchtige Bestandteile gehen verloren, wodurch die Zündfähigkeit sinkt.
- Lassen Sie Kraftstoff im Sommer nicht wochenlang im Tank des Mähers stehen.
- Lagern Sie Benzinkanister immer an einem kühlen, dunklen Ort.
Gartengeräte im Sommer: Der Praxistest
Die richtige Pflege beginnt schon während des Arbeitens. Verlegen Sie die Gartenarbeit an extrem heißen Tagen am besten in die kühlen Morgen- oder späten Abendstunden. Das schont nicht nur Ihren Kreislauf, sondern auch die Maschinen. Die Luft ist kühler, was die Motorkühlung aktiv unterstützt. Sollten Sie doch in der Mittagssonne arbeiten müssen, gönnen Sie Ihren Geräten regelmäßig Pausen im Schatten. Wenn Sie merken, dass die Leistung des Akku-Mähers nachlässt oder der Benzinmotor ungewöhnlich laut oder unruhig läuft, schalten Sie das Gerät sofort aus.
Achten Sie zudem darauf, die Geräte niemals auf trockenem Rasen in der prallen Sonne abzustellen, während der Motor noch heiß ist. Die Hitze des Auspuffs bei Benzinmähern kann im schlimmsten Fall trockenes Gras entzünden. Nach der Arbeit gilt: Reinigen Sie das Gartengerät grob von Grasresten, denn feuchte Grassilage am Mähwerk erzeugt unter Hitze aggressive Gärgase, die das Material angreifen können. Lassen Sie das Gerät an einem schattigen, gut belüfteten Ort abkühlen, bevor Sie es in das enge, stickige Gartenhaus stellen.
Mit kühlem Kopf und gepflegten Geräten durch den Sommer
Der Sommer verlangt Mensch und Maschine alles ab. Wer jedoch ein paar einfache Regeln beachtet – wie das Abkühlenlassen von Akkus vor dem Laden, das Reinigen der Kühlrippen bei Benzinern und die schattige Lagerung –, verlängert die Lebensdauer seiner Gartengeräte um viele Jahre.
Gönnen Sie Ihren Werkzeugen die gleichen Pausen und den gleichen Sonnenschutz wie sich selbst. Dann bleibt Ihr Garten den ganzen Sommer über eine grüne Wohlfühloase, und Ihre Geräte sind auch für das nächste Gartenjahr im perfekten Zustand. Viel Erfolg bei der Sommerpflege!



